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🔍📚 Zur Kritik am HCIM-Modell – eine sachliche Einordnung

🧭 Warum Kritik berechtigt ist Das HCIM-Modell (Hypothesis Complexus Immunitas Mentis) bewegt sich bewusst an der Schnittstelle mehrerer Disziplinen. Entsprechend richtet sich ein Teil der Kritik auf seinen Status als integrierendes Gesamtkonzept. Diese Kritik ist nachvollziehbar und legitim.

🧪 Evidenzlage – was vorhanden ist, was noch fehlt

Für zentrale Bausteine des Modells –
Neuroinflammation, Darm-Hirn-Achse, Immun-Neuro-Interaktion und Epigenetik –
existiert eine wachsende und ernstzunehmende wissenschaftliche Evidenz.

Gleichzeitig gilt:

Für das Gesamtkonstrukt HCIM liegen bislang keine großangelegten randomisierten klinischen Studien vor.

Das Modell befindet sich daher nicht auf Leitlinien-Ebene, sondern auf der Ebene eines theoretisch integrierenden Forschungsrahmens.

🐣 Korrelation vs. Kausalität

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft das bekannte Henne-Ei-Problem:

Sind immunologische oder mikrobiomale Veränderungen Ursache der Erkrankung?

Oder Folge von Stress, Medikation und Lebensumständen?

HCIM beansprucht keine abschließende Antwort auf diese Frage.
Im Gegenteil: Die klare Trennung zwischen Beobachtung, Hypothese und Kausalannahme ist ein expliziter Bestandteil des Modells.

🧠 Verhältnis zum biopsychosozialen Modell

HCIM versteht sich nicht als Ablösung des biopsychosozialen Modells, sondern als biologisch vertiefende Ergänzung.

Psychosoziale Faktoren, subjektives Erleben und therapeutische Beziehung bleiben gleichwertige Dimensionen – sie werden nicht durch Biomarker ersetzt, sondern kontextualisiert.

🧱 Wissenschaftliche Selbstbegrenzung

HCIM ist:

kein abgeschlossenes Theoriesystem

kein dogmatisches Erklärungsmodell

kein klinisches Protokoll mit Anspruch auf Allgemeingültigkeit

Es ist ein strukturierendes Arbeitsmodell, das bestehende Befunde zusammenführt, Forschungslücken sichtbar macht und neue Fragestellungen formuliert.

🤝 Einladung zur kritischen Weiterarbeit

Kritik wird nicht als Bedrohung verstanden, sondern als notwendiger Bestandteil wissenschaftlicher Reifung.

HCIM lädt ausdrücklich zu:

methodischer Prüfung

interdisziplinärer Diskussion

präziser Abgrenzung

und möglicher Falsifikation einzelner Annahmen ein

Nur so kann ein komplexes Modell verantwortungsvoll weiterentwickelt werden.