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🌿🧠 Ginkgo biloba, Schizophrenie & HCIM – eine sachliche Einordnung

📌 Vorbemerkung Ginkgo biloba gehört zu den am besten untersuchten pflanzlichen Extrakten im neuropsychiatrischen Kontext. In der Schizophrenie-Forschung wurde Ginkgo nicht als Ersatz, sondern als adjunktive Ergänzung zur antipsychotischen Therapie untersucht.

🔬 Was Studien tatsächlich zeigen

Mehrere randomisierte, placebokontrollierte Studien (v. a. mit standardisiertem Extrakt EGb 761) berichten bei additiver Gabe zu Antipsychotika über:

  • 🔹 Reduktion negativer Symptome
  • 🔹 leichte Verbesserungen kognitiver Funktionen
  • 🔹 Abnahme extrapyramidaler Nebenwirkungen
  • 🔹 bessere globale Funktionsscores

👉 Wichtig:
Keine Studie zeigt eine ausreichende Wirkung auf Positivsymptome als Monotherapie.

🧪 Wirkmechanismen – relevant für HCIM

🧬 1. Neuroinflammation & Oxidativer Stress

  • antioxidative Effekte
  • Reduktion freier Radikale
  • Modulation entzündlicher Signalwege

➡️ HCIM-Bezug: Neuroinflammation als vermittelnde Achse zwischen Immunsystem und ZNS

🧠 2. Zerebrale Durchblutung & Mitochondrien

  • verbesserte Mikrozirkulation
  • Unterstützung mitochondrialer Energieprozesse

➡️ HCIM-Bezug: energetische und vaskuläre Mitfaktoren kognitiver Dysfunktion

🧫 3. Neurotransmitter-Modulation (indirekt)

  • Einfluss auf dopaminerge und glutamaterge Systeme (nicht blockierend, sondern modulierend)

➡️ HCIM-Bezug: Milieuregulation statt Rezeptorblockade

⚖️ Was Ginkgo nicht ist

  • ❌ kein Antipsychotikum
  • ❌ kein Ersatz für Medikamente
  • ❌ kein Heilmittel
  • ❌ keine Empfehlung zur Selbstmedikation

Diese Abgrenzung ist zwingend, um ethisch und klinisch korrekt zu bleiben.

🧩 Einordnung im HCIM-Modell

Im HCIM-Rahmen lässt sich Ginkgo biloba einordnen als:

adjunktiver, neuroprotektiver und anti-inflammatorischer Modulator,
der bei ausgewählten Subtypen und Symptomdomänen unterstützend wirken kann.

Nicht als:

  • Basistherapie
  • allgemeingültiges Protokoll
  • Ersatz etablierter Behandlungsformen

🛑 Sicherheit & klinische Vorsicht

Studien und Leitfäden weisen auf mögliche Risiken hin:

  • Wechselwirkungen (z. B. mit Antikoagulanzien)
  • individuelle Nebenwirkungen
  • Dosierungsabhängigkeit

➡️ HCIM-konform bedeutet: Anwendung nur ärztlich begleitet und kontextualisiert.

🧭 Kurzform für Kritiker

Ginkgo biloba ist kein Therapieversprechen,
sondern ein biologisch plausibler Zusatzfaktor innerhalb eines neuroimmunologischen Rahmenmodells.